Von der Bewältigung des Alltags in St. Georgen im Schwarzwald in den Jahren zwischen 1914 und 1923.

Ein dramatischer Ausschnitt aus der Geschichte der Schwarzwälder Kleinstadt St. Georgen wird geschildert: die Jahre zwischen Weltkriegseinbruch und Inflationsende.

anschuetz_prot_arb_klDer Krieg war über die St. Georgener jäh hereingebrochen. Erst spät lassen sie sich von der nationalen Begeisterung anstecken. Der Verfasser berichtet vom Leben in dieser ‚eisernen Zeit‘: von den vielen Opfern an der Heimatfront und von der Hoffnung auf einen Sieg. 183 Jünglinge und Männer fallen – wofür eigentlich?, fragen die Überlebenden 1918.

Es folgen die Monate der Revolution und die ersten Jahre der Republik. Ein Großteil des Bürgertums kann und will in den neuen Verhältnissen nicht heimisch werden. Die Arbeiterbevölkerung dagegen ist aufgewertet und bestimmt durch ihre Organisationen nun in Stadt und Reich mit. Dieser Fortschritt verliert aber an Bedeutung infolge der rasenden Geldentwertung: Zunehmend lastet die Sorge ums tägliche Brot auf den Menschen – wie seit drei Generationen nicht mehr. Eine Wendung der Not ist nicht in Sicht. Umso stärker und klassenübergreifend hoffen in dieser Krisenepoche die Menschen auf den „alten und treuen Gott“: ER vermittelt ins Vergangene zurück, ER schenkt Wärme und Wegweisung. Wie sich diese Gottes-Orientierung im Alltag auswirkt und zu welchen politischen Umorientierungen sie führt, wird im zweiten Teil des Buches analysiert. Der Verfasser sucht allerdings zugleich auch in die Zukunft hinein: sowohl nach den mentalen Einfallstoren des Nationalsozialismus wie nach den mentalen Bastionen künftigen Widerstandes gegen die Diktatur. Der Gott der Tradition war kein eindeutiger Gott. 

 

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