communaute francophone1Durch den Wegzug der Alliierten im Sommer 1994 fand auch die Arbeit der französischen Militärgemeinde ihr Ende. Um für französischsprachige Christen eine Heimat in Berlin zu schaffen, haben wir deshalb noch im selben Jahr eine Zivilgemeinde begründet. Dass diese Arbeit über mehr als zwanzig Jahre hinweg das Herzstück meines ehrenamtlichen Engagements in Berlin sein würde, war damals freilich nicht vorauszusehen.

Zu Beginn waren wir weniger als ein Dutzend Menschen, später sammelten sich dann sonntäglich 30 bis 40 Personen aus Europa und aus Afrika zum Gottesdienst. Schließlich wuchs die Gemeinde auf etwa 100 Mitglieder und Sympathisanten an. Manche ließen sich definitiv in Berlin nieder, viele andere jedoch verweilten nur eine begrenzte Zeit. So erfuhr sich die Communauté immer wieder neu als Teil des wandernden Gottesvolkes. Zu ihrem besonderen Charme zählt, dass sie nicht allein eine multikulturelle und multicolorale, sondern auch eine jugendliche Gemeinde ist. Alle Arbeit geschieht ehrenamtlich.


bibel communaute


Einige Jahre nach der Gründung der Communauté gelang es, die seit mehr als 300 Jahren in Berlin etablierte deutschsprachige Hugenottenkirche für uns zu interessieren. Diese Gemeinde hatte seit Anbeginn ihr Zentrum in der Französischen Friedrichstadtkirche („Französischer Dom“) am Gedarmenmarkt. Die "Französische Kirche zu Berlin" war einst von Geflüchteten gegründet worden, die aus Treue zu ihrem calvinistischen Glauben im 17. Jahrhundert in Brandenburg-Preußen Zuflucht gesucht hatten. Als eine wirtschaftlich interessante Population wurden sie gerne aufgenommen. Rasch konnten sie sich deshalb integrieren (www.franzoesische-kirche.de/).



Die Communauté versammelte sich seither im Georges-Casalis-Saal: ein heller weiter Raum im Untergeschoss des Kirchgebäudes. Benannt wurde er nach unserem Vorschlag nach einem Mann, der, aus der Résistance kommend, von 1946 bis 1950 als französischer reformierter Pfarrer in Berlin im Dienst der Versöhnung tätig gewesen war. Wir wollten, dass sein Andenken in Berlin und in der Kirche in dankbaren Ehren gehalten werde. Seine kirchliche und theologische Bedeutung habe ich in mehreren Veröffentlichungen herausgestellt.*

2014 habe ich den Vorsitz im Conseil der Communauté niedergelegt.


Ausführliche Informationen über Geschichte und aktuelle Termine finden Sie auf der website: www.communaute-protestante-berlin.de

* Vgl. Kurt Anschütz „'Der oekumenische Glaube ist primär …' Georges Casalis in Berlin 1946-1950. Einblicke in seine Korrespondenz", in "Zeitschrift für Evangelische Theologie", 54. Jahrgang, Heft 1-1994, S. 79-100.
Sowie ders.: "'Il faut lutter pour se débarrasser de la haine': Le pasteur Georges Casalis et la réconciliation durant l'après-guerre à Berlin." Vortrag in Reims bei der Tagung "1962-2012. 50 ans d'amitié franco-allemande. La réconciliation entre les peuples. Un défi toujours actuel", 3.-4. Juli 2012, aus Anlass des 50. Jahrestages der französisch-deutschen Versöhnungsmesse in der Kathedrale zu Reims 

franzöische protestantische gemeinde berlin

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