philantr zivilgesellschDer Entschluss zur guten Tat ist individuell, und stets ist er aktuell. Aber von lang kommt er her und ist zu verstehen als Bewährung eines umfassenden Sinnzusammenhanges.

Denn Menschen leben aus ihrem Sinn. Allmählich ist er entstanden. Ganz persönlich musste er angeeignet werden. Und kontinuierlich bildet er sich an den Erfahrungen fort, die uns das Leben beschert. Immer wieder neu legt er sich deshalb aus. Wie sonst vermöchte er uns tragen?

Manche Menschen vermögen ihren Sinn auch heute noch im verbindlichen Dialog mit den großen Angeboten von Religionen oder zusammenhängenden Weltanschauungen zu entwickeln. Vielen anderen aber sind solche aktiven Bezüge auf Übergeordnetes abhandengekommen. Sie sind verurteilt oder auch befreit zur Setzung ihres eigenen Sinns.

Bürgerschaftliches Engagement ist ein Ausfluss von Lebenssinn. Empathie und Verantwortung für Nahe oder Ferne oder für zu uns geflüchtete Menschen, Dankbarkeit fürs eigene Ergehen, Einsichten in die globalen Zusammenhänge unseres Überlebens, Freude am Gestalten zusammen mit anderen Menschen - so Vieles kann motivieren zum Tätigwerden und sich verdichten im Schenken von Zeit und von Geld und in der Beständigkeit der Solidarität.

In den lebensgeschichtlichen Interviews suche ich die SpenderInnen und StifterInnen in ihren persönlichen Sinnzusammenhängen auf: Mit ihrem Wesentlichen sollen sie sich selbst zur Sprache bringen. Ihr bürgerschaftliches Engagement erscheint dann nicht mehr als ein Additives und Spontanes, sondern lässt sich verstehen als verwurzelt mit ihrem Leben und als dessen Frucht.

Interviews in diesem weiten Horizont habe ich in den vergangenen Jahren bei der Bürgerstiftung Neukölln geführt und veröffentlicht. Ein Kondensat ist der Aufsatz "Elemente einer neuen Vermögenskultur. Philanthropisches Handeln als Eigensinn. Überlegungen aus der Stadtteilarbeit in zwei benachteiligten Berliner Bezirken." Erschienen im Sammelband „Reichtum, Philanthropie und Zivilgesellschaft“, hgg. Von Wolfgang Lauterbach u.a., Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014, S.199 – 216.
 
Ein solches „Format“ für sich selbst reflektierendes Fundraising und wertschätzende Spenderbetreuung biete ich auch anderen Spendenorganisationen und Stiftungen an.

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Interviews mit Stiftern der Bürgerstiftung Neukölln